top of page

Picos de Europa

  • Autorenbild: Agnes
    Agnes
  • 3. Juli
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 4. Juli

In Ribadero biegen wir ab. Weg vom Meer und immer mehr ins Landesinnere. Unser Ziel sind die Picos de Europa. Aber bis dahin ist es noch ein ganzes Stück.

Wenn wir fragen, ob jemand die Picos kennt? Eigentlich niemand. Wo ist das überhaupt?

Die Picos de Europa sind ein Kalkstein Massiv innerhalb des Kantabrischen Gebirges. Es erstreckt sich über Teile der autonomen Gemeinschaften Asturien. Kastilien-Leon und Kantabrien. Das Kantabrische Gebirge stellt die westliche Verlängerung der Pyrenäen da und verläuft über 480 km durch die Regionen Navarra, Baskenland, Kantabrien, Kastilien-Leon, Asturien bis nach Galizien.


Wir starten in Asturien. Von Galizien aus fahren wir südlich und befinden uns nur wenige Zeit später in einer wunderschönen, einsamen Bergwelt. Kleine Dörfer, Serpentinen, tiefe Täler und üppiges Grün. Je tiefer wir eindringen umso mehr haben wir das Gefühl in einer ganz anderen Welt zu sein. Ist das auch Spanien?

Am zweiten oder dritten Tag, sehen wir große Schilder vor den Ortseinfahrten: Achtung Bären. Damit hatten wir nicht gerechnet. Aber es stellt sich heraus, alleine in Kantabrien gibt es die größte Bärenkolonie Europas. 300 Braunbären leben da einigermaßen friedlich. Ärger gibt´s nur, wenn sie die Bienenstöcke räubern.

Das Wetter ist gemischt, was uns aber nicht stört. Wir finden schöne Plätze, wo wir einfach stehen können und eine Wanderung nach der anderen machen.

Wir sind ständig auf ca. 1500 m Höhe und auf unseren Touren geht es teilweise bis 2000 m hoch.

Wir hatten keine Ahnung, das es hier so schön ist.

Unser erster Stop direkt bei den Picos ist Potes. Ein netter Touristenort und Ausgangsort für Outdoor und Adventure Begeisterte. Von dort fahren wir bis Fuente Dé. Die Straße ist quasi eine Sackgasse. Von dem Ort geht´s dann nur noch Zu Fuß weiter. Aber es gibt eine Seilbahn, die einen ganz nach oben befördert. Oben gibt es dann diverse Routen, Klettersteige und auch eine 15 km lange Wanderung wieder direkt zurück ins Tal. Die wollen wir machen. Aber das Wetter ist so schlecht, das wir uns dagegen entscheiden. Es ist kalt, windig und vor allen Dingen regnet es. Wir verlassen die Gegend etwas wehmütig. Aber wir werden wiederkommen. Das wird ein Extra Reiseziel für die nächste Nordspanien Tour.

Santander

Eine Überraschung. Außer das hier die Zentrale der Bank Santander ist, hatten wir keine Ahnung was uns erwartet. Hier treffen sich zwei Flüsse und münden gemeinsam ins Meer.

Wir finden einen Platz direkt an der Mündung gegenüber der Stadt. Es gibt einen Bootsshuttle, der regelmäßig von dort rüber fährt.

Das ist unser Plan für den nächsten Tag. Abends werden wir noch von einer wunderschönen Abendstimmung überrascht.

Am nächsten Morgen nehmen wir das Boot und stehen eine Viertelstunde später direkt vor dem alt ehrwürdigen Gebäude der Banco de Santander. Von hier aus geht´s direkt in die Altstadt. Wir stehen vor einer Markthalle, die aber gar keine mehr ist wie wir feststellen, sondern ein "Food Tempel". Aber ohne Chi chi..spanisch halt.

Es ist noch früh und die Bars servieren höchstens einen Café solo, aber wir bleiben einen Moment und finden die Atmosphäre toll.

Wir schlendern weiter, entdecken eine elegante Stadt, die höchstwahrscheinlich noch den Spaniern selbst gehört. Wenig Touristen, dafür Familien, die in schönsten Kleidern gerade zu einer Hochzeit eilen. Sollte ich jemals wieder ein Abendkleid brauchen: ich kaufe es in Spanien. Hier gibt es Boutiquen, die extra für diese Anlässe gemacht sind. So etwas gibt es bei uns schon lange nicht mehr.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch die Friseurdichte und die Gewohnheiten der Spanierinnen. Hier wird es zelebriert, sich schön machen zu lassen. Hier gehören Pediküre und Maniküre selbstverständlich dazu. Man trifft sich, man klatscht und tratscht, trinkt Café und genießt eine gemeinsame Zeit mit anderen Frauen. Das habe ich oft genug erlebt.

Ein paar Strassen weiter entdecken wir die richtige Markthalle. Und hier ist natürlich das Treiben schon in vollem Gange. Wir entdecken einen kleinen Käsestand. Wir stellen uns in der Schlange an und gucken, was die anderen so kaufen. Als wir dran kommen, können wir alles probieren und entscheiden uns für einen Hartkäse und einen Blauschimmel. Wahrscheinlich der Beste, den wir je hatten. Auch der Preis für beide Stücke ist erstaunlich. 9 Euro. Wir sind erstaunt und glücklich darüber, dass es hier tolle Qualität zu fairen Preisen gibt.

Überhaupt sind wir immer wieder positiv überrascht. Egal, ob Markt oder Supermarkt: die Lebenshaltungskosten schätzen wir im Süden deutlich geringer ein. Das ist sehr budgetfreundlich.

Natürlich müssen wir uns erstmal in einer Tapasbar niederlassen und die ganzen Eindrücke verarbeiten.

Uns gefällt Santander sehr gut. Es ist nicht mondän, aber versprüht irgendwie diesen spanisch, klassisch und eleganten Flair, was ich persönlich sehr anziehend finde. Es fühlt sich an wie einer dieser klassischen Düfte.


Wir werden wieder kommen. Auch hier gibt es noch einiges zu entdecken.


Unser nächstes Ziel ist San Sebastian. Wir streifen Bilbao und machen noch einen Stop in Zumaia.

Hier finden an diesem Wochenende die berühmten Rudermeisterschaften statt. Leider ist die ganze Küste vollgeparkt und wir haben keine Chance etwas zu sehen. Sehr ärgerlich. Das wäre nämlich toll gewesen.

In Zumaia essen wir die besten Artischocken und fahren dann weiter nach San Sebastian. Wir entdecken einen Stellplatz am Rand der Stadt, mit einer Bushaltestelle direkt um die Ecke. Das ist extrem praktisch, weil wir so preiswert und schnell genau da hinkommen, wohin wir wollen. Wir kennen uns ja schon aus. Ich habe einen Friseurtermin und Stefan treibt sich ein bisschen in der Stadt rum. Pünktlich zur Mittagszeit sind wir wieder in der Pintxo Bar, die wir schon beim letzten Mal toll fanden.

Wir fragen uns oft, was hat uns am meisten berührt? Wo würden wir vielleicht sogar mal eine Weile wohnen wollen. San Sebastian gehört auf jeden Fall dazu. Diese Stadt hat einen großen Platz in unseren Herzen erobert.


Wir sind drei Tage hier und lassen uns treiben. Fest steht, die Pintxos sind hier einfach genial. Es herrscht ein unglaublicher Wettbewerb unter den besten Restaurants. Es entstehen da kleine Kunstwerke auf einer Scheibe Brot. Sehr kreativ und nicht immer leicht zu essen. Dabei kommt es darauf an die Kombination aller Zutaten im Mund gemeinsam ankommen zu lassen. Wie gesagt, es ist eine Herausforderung.


Wir verlassen Spanien. Adios y hasta muy pronto. Versprochen!


Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Kommentare


bottom of page