Tarifa
- Agnes
- 31. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Tarifa, da sind wir wieder. Dieser Ort nimmt einen besonderen Platz in meinem Herzen ein. Es ist schon so lange her, das wir hier gelebt haben und dennoch kommt es mir so vor, als ob es gestern war. Natürlich bin ich auch in den letzten Jahren immer wieder hier gewesen. Im Urlaub halt. Die alten Freundschaften bestehen bis heute. Und das fühlt sich gut an!! Somit wird Tarifa wohl wie eine alte Freundin, für immer bleiben.
Wie erwähnt, haben wir eine kleine Ferienwohnung etwas außerhalb gemietet. In der Stadt wäre natürlich auch toll gewesen, aber wir müssen Pauli sicher unterbringen und auf dem Campo geht das halt direkt vor der Tür. Die Familie empfängt uns sehr herzlich und wir finden uns auf einem Bauernhof, auf spanisch Finca wieder, mit diversen Pferden, 400 Kühen und ein paar Hühnern + Katzen. Das Land der Familie erstreckt sich hinter dem Haus bis zum Horzizont. Andres, der Verwalter sagt: bis hinter den Berg mit den Windrädern und noch viel weiter. Deshalb sitzen er und sein Mitarbeiter Baltasar auch jeden Tag auf den Pferden und reiten in spanischer Manier mit langen Stöcken über das Land um die Tiere und den Nachwuchs zu kontrollieren. Ein schönes Bild.
Unsere Wohnung entpuppt sich als ziemlich dunkel. Und der kleine, rollbare Heizkörper produziert nicht ausreichend Wohlfühlatmosphäre. Leider ist die Situation alles andere als wie wir es uns gewünscht haben. Ich ziehe ziemlich schnell wieder ins Auto um. Nicht nur um dort zu schlafen, sondern auch, um da zu arbeiten. Die Besitzer selbst wohnen gar nicht vor Ort. Wir haben sie nur einmal gesehen - zum Bezahlen. Andres, ein älterer Herr - im wahrsten Sinne - und seine Familie leben hier vor Ort. Obwohl ich finde, das meine Spanischkenntnisse mittlerweile ganz ok sind, ist das andalus wahnsinnig gewöhnungsbedürftig. Ich würde so gerne mehr erfahren über die sogenannte Ganaderia/Viehzucht, die hier betrieben wird. Am liebsten würde ich natürlich auch gerne mal wieder auf´s Pferd. Aber dazu kommt es nicht. Hier ist die Verständigung zwar freundlich zugewandt, aber etwas holprig.
Als nächstes werden wir krank. In der Wohnung regnet es nach ein paar heftigen Regenfällen durch. Das führt allerdings zu keinen Konsequenzen, was unsere Wohnsituation angeht. Keine Verbesserung, keine Vorschläge. Wir wohnen mittlerweile wieder komplett im Van und benutzen die Wohnung nur noch für das WLAN, die Dusche und den Kühlschrank.
Das Wetter ist nicht nur schlecht. Wir können wandern gehen. Hier sind wir in Betis unterwegs zwischen Tarifa und Bolonia. Hier gibt es überall an den Felswänden Klettersteige. An diesem Sonntag sind einige Familien hier unterwegs und klettern mit "Kind und Kegel". Oben angekommen stehen wir direkt neben zwei Jungs, die sich gerade auf ihren Gleitschirmflug vorbereiten. So nah haben wir das noch nie gesehen. Von hier oben hat man einen fantastischen Ausblick über die Bucht von Bolonia und nach links geschaut bis nach Afrika.
Eine Woche später machen wir einen Ausflug nach Sevilla. Hier ist am Wochenende das Wetter viel besser als in Tarifa. Deshalb flüchten wir und werden belohnt. Wir sind zwar noch etwas angeschlagen von unserer Erkältung, aber wir erleben Sevilla bei schönstem Wetter und Abends mit der kompletten Beleuchtung. Hier ist alles auf den Beinen und die Weihnachtszeit wird hier als Event gefeiert.
In Tarifa erleben wir den Abend, an dem die Weihnachtsbeleuchtung angestellt wird. Nach einem Flamenco Konzert in der Altstadt zählt der Bürgemeister von Tarifa von 10 rückwärts und dann ist es auf einmal da: das Weihnachtsgefühl. All die Lichter - vielleicht ein bisschen bunter als gewohnt, aber wen stört´s? Es ist herrlich sich in der Menge zu bewegen, die Sprache zu hören und die Feierfreude der Spanier zu erleben. Zu dieser Jahreszeit hat man das Gefühl, das die Stadt wieder den Einheimischen gehört und wir Touristen sind nur Zaungäste und staunen.
Heiligabend verbringen wir im Vaca Loca, einem super Steaklokal in der Altstadt. Das gibts schon ewig und ist immer noch so gut wie früher. Wir wollen endlich mal wieder ein Steak essen. Ab und zu verlangt der Körper ja regelrecht danach.
Die Stadt ist auf den Beinen und überall gibt´s Live Musik und es wird getanzt. Flamenco. Was sonst.
Wir haben für uns eine Entscheidung getroffen. Wir werden Tarifa und insbesondere die Wohnung verlassen. Noch einen weiteren Monat halten wir nicht aus.
Wir beenden das Ganze und fahren Richtung El Palmar.
Hier finden wir einen Stellplatz am Rande mit allem was wir brauchen und einem total charmanten Platzwart.
Esteban heißt unser neuer Freund. Und was sollen wir sagen: gleich fahren wir - und heute ist der 31. 12.2025 mit ihm ins benachbarte Barbate. Dort zeigt er uns eine Bar, einen Geheimtipp, Natürlich gehört die Bar einem Freund. Aber hier soll es den besten Thunfisch geben.
Bleibt dran...auch 2026 geht unsere Reise weiter. Sie bleibt wahrscheinlich aufregend. Wir berichten über unser Sylvester und freuen uns auf unseren Marokko Trip. Wir sind bereit für das neue Jahr.







































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