Zurück in der Bretagne
- Agnes
- 4. Juli
- 4 Min. Lesezeit

Wir sind zurück. Zum dritten Mal sind wir hier und fühlen uns fast wie Zuhause.
Die Bretagne - und hier lieben wir vor allem den ganz südlichen Teil am Golf von Morbihan ist zu einem "Herzensort" geworden.
Aber kurz zurück. Wir verlassen Spanien mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Wir können uns ja irgendwie nicht entscheiden. Spanien? Frankreich? Oder vielleicht auch Portugal? Aber müssen wir uns entscheiden?
Jetzt bestimmt noch nicht.
Wir fahren durch die Weinberge des Bordeaux immer weiter und machen einen Zwischenstopp in Cognac.
Wir merken gerade, dass wir krank werden. Das Wetter ist nicht besonders gut und wir tun dem Ort wahrscheinlich Unrecht. Wir wollen weiter. Nächster Stopp ist die Insel Noirmoutier. Es geht uns immer noch nicht besser und die Temperaturen steigen. Wir stehen auf einem Stellplatz mit hunderten anderen Wohnmobilen und fühlen uns unwohl. Auch diese Insel erfährt von uns nicht den Respekt, den sie verdient hätte. Wachsen doch hier die berühmten kleinen Noirmoutier Kartoffeln. Eine Delikatesse.
Wir sind mittlerweile richtig krank. Wir denken schon an Corona oder ähnliches...Jetzt haben wir nur noch ein Ziel. Saint Guildas de Rhuys. Hier wartet ein kleine Campingplatz direkt am Meer auf uns. Wir wollen uns ausruhen, auskurieren und einfach mal Urlaub machen. Klingt verrückt? Wir sind doch im Dauerurlaub. Nein sind wir nicht. Wir nennen das jetzt Work and Travel.
Allmählich kommen wir zur Ruhe. Es geht uns langsam besser und wir fangen an den Ort und die Umgebung zu genießen.
Wir leihen uns E-Bikes und probieren zum ersten Mal etwas aus, von dem wir uns bis vor kurzem mental total distanziert hatten. Aber nach der ersten Runde gefällt es uns richtig gut und wir verlängern die Ausleihe auf 10 Tage. Wir radeln über die ganze Halbinsel. Von Markt zu Markt, von Strand zu Strand. Wir entdecken endlich mal die charmante kleine Stadt Sarzeau, bewundern ein Schloss und besuchen die kleine Saline, in der ein Enthusiast und Visionär ein kleines Vogelschutzparadies geschaffen hat, während er das Fleur de Sel gewinnt.
Und wir treffen einen alten Freund wieder. Kragi. Was sollen wir sagen. Es ist eine Amsel, die uns schon beim letzten Aufenthalt regelmäßig besucht hat. Sie ist wieder da und an Hand der besonderen Zeichnung am Hals (deshalb Kragi) erkennen wir sie wieder. Diesmal wird er mit Rosinen verwöhnt. Ob das gut geht?
Nach zwei Wochen können wir uns langsam lösen. Wir werden immer wieder kommen. Das ist gewiss.
Wir durchstreifen die Bretagne weiter Richtung Saint Malo und bleiben noch ein Wochenende mitten drin, an einem Stausee und machen eine tolle Wanderung.
Dann fahren wir weiter an die Cote de Granit zu den berühmten Felsen . Das hatten wir auf der letzten Tour ausgelassen. Wir leihen uns Bikes und fahren den Nachmittag an der Küste entlang. Wie lange mögen diese Felsen dort schon liegen?
Der Ort Perros Guirec ist ganz hübsch aber auch fest in Touristenhand. Wir lästern ein bisschen und finden, es hat was von Timmendorfer Strand. Das ist gemein, aber wir stellen immer wieder fest, wir mögen es lieber ein bisschen einsamer.
Unser nächster Stopp ist Erqui. Dort waren wir auch bereits im letzten Jahr. Auf dem Platz können wir uns wieder mal E-Bikes leihen und fahren diesmal eine Runde, die wir noch nicht kannten. Leider macht ein Bike schlapp. Kette ab. Gott sei Dank auf den letzten Metern und der Mietpreis wurde uns komplett erlassen. Das war richtig nett.
Endlich kommen wir nach Saint Malo. Diese Stadt mögen wir auch sehr und es ist schön nicht nur Neues zu entdecken, sondern auch an bereits bekannte Plätze zu kommen. Es fühlt sich vertraut an. Trotzdem ist es immer ein bisschen anders. Diesmal finden wir eine Kneipe mit einem lustigen Wirt und jede Menge Biersorten vom Fass. Stefan freut´s sehr.
Direkt hinter Saint Malo liegt Cancale. Ein Ort mit berühmten Austern. Sie züchten dort auch die Belon Auster, die kleine flache mit dem nussigen Geschmack. Ihr Ursprungsort hat sie in Belon...auf der anderen Seite der Bretagne.
Hier gibt es aber auch sehr leckere Moules et frites. Darauf haben wir Lust. Endlich sind die Muscheln wieder einigermaßen groß.
Ab jetzt geht eine lange Reise langsam dem Ende zu.
Wir fahren in die Normandie. Wir umrunden einmal die Küste, besuchen die Landungsstrände des 2. Weltkrieges, schauen uns ein Museum an und drehen dann ab Richtung Deauville. Wir machen noch einen Kurz Stop am Mont Saint Michel. Auf halber Strecke brechen wir ab. Zu voll. Wir können das einfach nicht. In den kleinen Gassen bekommen wir Platzangst und drehen um. Von außen ist es eh schöner:-)
Hier in Deauville hat unsere erste Reise so richtig begonnen. Damals vor vier Jahren, als wir ausprobiert haben, ob uns ein Leben im Van überhaupt gefallen könnte.
Elegant und sehr sophisticated ist diese Stadt, in der die Pariser ihre Wochenenden verbringen. Das Sylt von Frankreich? Wir behaupten mal, bessere Austern, besserer Wein und bessere Preise. Deauville ist schick und immer eine Reise wert.
Unser letzter Stopp in Frankreich ist ebenfalls ein Ort, an dem wir bereits waren . Wir sind auf dem Weingut von Lysane in der Champagne. Wir werden so herzlich empfangen und bekommen unseren Champagner direkt ans Auto serviert. Das ist ein würdiger und wundervoller Abschluss.
Wir sind wehmütig. Wie geht es weiter? Wir haben einiges zu tun, wenn wir wieder Zuhause sind. Einem Zuhause, von dem wir nicht wissen, ob es das in Zukunft noch sein wird..
C´est parti!!





























































































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