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Durch das Alentejo bis ins Douro Tal

  • Autorenbild: Agnes
    Agnes
  • 29. Apr.
  • 4 Min. Lesezeit

Wir sind verliebt in Portugal! Wir verlassen die Westküste und fahren mitten in die Region Alentejo. Hier ist in den letzten Jahrzehnten das zweitgrößte Weinanbaugebiet Portugals entstanden.

Es grenzt im Osten an Spanien, im Süden an die Algarve und im Westen an die Weinbauregion Ribatejo. Auf zahlreichen Ebenen und sanften Hügeln wird rund ein Drittel des portugiesischen Weins produziert.

Ziel für heute ist: Albufeira da Barragem de Odiveias. Ein See mitten im Nirgendwo, mit einem kleinen Naturcampingplatz ohne große Stellplatzordnung. Stellt euch hin, wo ihr wollt und wo Platz ist. Einzige Regel: 10 m Abstand zur nächsten "Behausung". Wir finden einen Platz mit direkter Aussicht auf den See. Wie schön ist das denn??

In den nächsten Tagen streifen wir noch etwas durch die Region und finden die Gegend sympathisch unangestrengt.

Evora streifen wir...finden die Stadt nicht so toll. Vielleicht liegt es am Wetter. Es regnet. Aber vielleicht sind wir auch viel zu gespannt auf unser nächstes Etappenziel.


Lissabon

Wir sind auf einem Stellplatz auf der anderen Seite des Tejo. Zum ersten Mal bestellen wir uns ein Uber. Funktioniert super - und lassen uns über die große Hängebrücke rüber in die Stadt fahren. Wir starten unseren Stadtrundgang direkt an der Markhalle.


Der Mercado da Ribeira, besser bekannt als Time Out Market Lissabon, ist eine der besten Adressen für portugiesische Spezialitäten und internationale Küche. Die historische Markthalle direkt am Bahnhof Cais do Sodré vereint über 30 Essensstände mit hochwertigen Gerichten renommierter Köche – ein echtes Foodie-Paradies in Lissabon.

Ehrlichgesagt finden wir es bereits am Vormittag überfüllt mit lauten Touristen. Die Idee mag gut sein. Die Stände der Sterneköche sehen toll aus. Dort werden auf Tellern die Kreationen, die man bestellen kann präsentiert. Zu absolut respektablen Preisen. Wir haben nur absolut keine Lust diese Gourmethäppchen zwischen lärmenden Engländern und gröhlenden Kindern, die allesamt ihren Müll nicht wegräumen zu genießen. Wir sind uns sicher: irgendwo gibt es in Lissabon ein kleines, feines Lokal, das uns gefällt.

Am nächsten Tag haben wir es gefunden. Das Altar.

Was wir auch für den nächsten Tag beschließen, ist eine Fahrt mit der legendären Strassenbahn.

Wir sind extra früh an der Ausgangshaltestelle. Und trotzdem stehen da schon ziemlich viele Leute, die wahrscheinlich die gleiche Idee haben.

Die Fahrt ist toll. Es geht quietschend und ratternd auf und ab. Die Steigungen sind in der Stadt enorm und die Menschen quetschen sich an die Hauswände wenn die Bahn kommt. Wir bekommen einen großartigen Eindruck von der Stadt. Also von der Altstadt. Denn Lissabon an sich ist riesig. Über 3 Millionen Einwohner hat Lissabon. Die Außenbezirke machen hier den Großteil aus, aber es ist eben auch ein großer Anteil an der Bevölkerung Portugals insgesamt.

Es ist ungefähr 40 Jahre her, das ich hier das erste Mal durch die Stadt gestreift bin. Die Altstadt hat ihren "shabby charme" nicht verloren. Irgendwie denke ich, was ist hier passiert - oder eben nicht passiert. Oder ist das gewollt? Ich weiß es nicht und bin mir nicht sicher wie ich es finde. Am Ende komme ich wohl zu dem Schluss:


Alt und Moderne finden hier nebeneinander Platz. Und das ist vielleicht das spannende daran.

Wir schlendern durch das Viertel und finden das kleine Restaurant wieder, das wir gestern schon im Vorbeigehen uns merken wollten.

Es ist Mittagszeit und wir haben einen Riesenhunger.

Ein Essen, das uns glücklich macht.

Am späten Nachmittag nehmen wir die Fähre über den Tejo zurück zu unserem Auto. Die Fähre funktioniert hier wie ein Nahverkehrszug zwischen Hamburg und Bremen. Nur mit dem Unterschied. Die Fähre fährt pünktlich und jeder findet einen Sitzplatz.

Wir ziehen Resumée. Hat uns Lissabon überzeugt? Wir fragen uns bei jedem unserer Stop´s immer wieder: würden wir wiederkommen? Vielleicht, aber vielleicht auch nicht. Sorry Lissabon.


Unser nächster Halt ist Nazaré. Wir müssen ganz dringend zum Friseur:-)

Den finden wir auch. Die teuerste, aber beste Haarfarbe seit 2 Jahren, aber was soll´s. "Haupt"sache schön.


Am Strand wird demonstriert, wie der berühmte Trockenfisch hergestellt wird.

Aber die absolute Hauptsache hier ist der riesige Strand. Und ein Weg hoch auf die Klippen zum Ausblick auf den Nordstrand. Hier kann man super bequem mit einer Zahnradbahn per Aufzug nach oben fahren. Das machen hier nicht nur die Touristen!! Hier kommen wir an den berühmten Ort, wo die größten Wellen der Welt im Dezember und Januar die besten Surfer der Welt anziehen. An diesem Ort wurde ein kleines Museum errichtet. Mit alten Surfboards, Geschichten und einer sehr spannende Demonstration der geologischen Formation, die genau erklärt warum vor der Küste diese Wellen entstehen können.

Auf dem Rückweg halten wir in einer kleinen Bar mit herrlichem Blick über die ganze Bucht. Hier gibt es den besten Sepia und die besten Clams, die wir in ganz Portugal gegessen haben. Herrlich. Stefans ehemaliger Arbeitskollege José stammt aus Nazaré. Natürlich haben wir ihm berichtet und er empfiehlt uns eben diese Bar mit den besten Grüßen an die Familie. Die richten wir aus. Große Feude auf allen Seiten:-)

Nazaré ist toll und wir können uns sehr gut verstellen hier mal ein paar Tage länger zu verbringen. So ein Badeurlaub wäre toll.

Es zieht uns aber weiter. Wir wollen noch so viel sehen und Galizien kommt immer näher, Ein geheimes Sehnsuchtsziel?

Wir beschließen, das wir Porto auslassen. Irgendwie wollen wir jetzt keine Stadt. Dafür fahren wir ins Douro Tal. Ca. 60km hinter Porto beginnt die Weinanbauregion, die sich weitere 100km am Douro entlang Richtung spanische Grenze erstreckt. Wir lernen, dass diese Region die viertgrößte Weinanbauregion der Welt ist. Hier wird nicht nur der legendäre Portwein hergestellt, es werden mittlerweile auch mehr und mehr hervorragende Weiß- und Rotweine an- und ausgebaut. Wenn sie die Herkunftsbezeichnung haben wollen, aus ausschließlich portugiesischen, einheimischen Rebsorten.

Natürlich probieren wir und fahren direkt auf ein Weingut.

Wir erleben eine unglaublich herzliche und fröhliche Weinprobe auf einem kleinen Familienweingut welches in dritter Generation auf höchstem Niveau altes bewahrt und neues versucht. Das sind die Erlebnisse, die wieder "hängen bleiben".


Am nächsten Morgen wird uns auf einer kleinen Brücke von einem entgegenkommenden Wohnmobil der Außenspiegel abgefahren. Super. Wir halten an, der andere fährt weiter. Mit Panzertape kleben wir alles wieder zusammen und nachdem sich die erste Aufregung gelegt hat, beschließen wir, das hält bis Deutschland.


Und plötzlich sind wir wieder in Spanien!

Kommt ihr mit?


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