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Endlich in Portugal

Autorenbild: Agnes
Agnes
26. Apr.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 22. Aug.


Genauso, wie wir uns auf Marokko gefreut haben, freuen wir uns jetzt endlich, Richtung Westen weiterzufahren. Aber erst mal machen wir noch einen Stopp in Sanlúcar de Barrameda. Hier gibt es sie noch, die Caballeros, die sonntagmittags in die Kneipe reiten :-)

Bevor wir die Grenze nach Portugal passieren, müssen wir eine Reifenpanne reparieren lassen. Wir haben uns tatsächlich irgendwo einen Nagel reingefahren. In Jerez de la Frontera finden wir eine Werkstatt im Gewerbegebiet, und die Sache wird ruckzuck erledigt. Für 25 Euro. Super nett, schnell und dann so günstig!! Wir sind begeistert. So sind sie, die Spanier. Immer lösungsorientiert. Egal, wie voll der Laden gerade ist.


Kurz nach Jerez meldet das System: Ölwechsel erforderlich. Kurz vor der Grenze ist die Stadt Huelva. Und dort gibt es glücklicherweise eine große Citroën-Niederlassung. Zwei Tage nach der Reifenpanne sind wir also schon wieder in einer, diesmal ziemlich großen, Werkstatt. Ob wir morgen früh um halb acht kommen können? Ja, natürlich. Am nächsten Morgen stehen wir pünktlich auf der Matte. Alles wird aufgenommen, ich frage noch nach einer Reifendruckkorrektur – si claro! 2 Stunden später haben wir unser Auto zurück. Mit Ölwechsel, Reifendruckkorrektur und kompletter 50.000er-Inspektion. Alles abgehakt und abgestempelt. Der Preis? Ca. die Hälfte von dem, was wir in Deutschland in der Fachwerkstatt bezahlt hätten. Was für ein super Tag!!


Jetzt fahren wir aber los. Hinter Huelva verbindet eine 666 m lange Schrägseilbrücke Andalusien mit der Algarve. Hier mündet der Fluss Guadiana in den Atlantik.

Direkt hinter der Grenze empfängt uns eine andere Taktung. Warum das genau so ist, können wir gar nicht so genau sagen. Aber wir spüren von Tag zu Tag mehr, dass es in Portugal langsamer und vor allen Dingen viel leiser vor sich geht. Wir fahren bis Olhão. Dort bleiben wir ein paar Tage, um anzukommen.


Portugal ist für uns beide eine vollkommen neue Erfahrung. Wir haben absolut keine Ahnung, was uns erwartet. Direkt vor Olhão befinden sich mehrere Sandbänke bzw. Inseln.

Diese Sandbänke vor Olhão sind Teil des Naturparks Ria Formosa und bestehen hauptsächlich aus den Inseln Ilha da Armona und Ilha da Culatra (mit Farol). Sie bieten feine, kilometerlange Sandstrände, die in ca. 15–20 Minuten per Fähre oder Wassertaxi vom Hafen in Olhão erreichbar sind. Besonders bei Ebbe sind die Sandbänke ideal zum Baden und Wandern.

Das probieren wir aus. Mit einem kleinen Boot sind wir drei Stunden unterwegs. Wir bekommen alles über die Muschelernte (die Clams) erklärt und haben Zeit, über Culatra zu wandern und am kilometerlangen Sandstrand ein Kaltgetränk zu uns zu nehmen.

Es ist wunderschön. Alles steht unter Naturschutz und fühlt sich für uns heil und friedlich an. Wir haben Glück mit dem Wetter, und es ist noch keine Saison. Wir haben Anfang März. Ideal, um diese Gegend zu entdecken.


Unser nächster Halt ist in Pera.


Hier bleiben wir auf einem Stellplatz und erkunden von dort die Umgebung. Hier gibt es die großen Golfresorts und einen kilometerlangen Sandstrand. Wir nutzen die Zeit, um Pauli endlich mal vom Saharasand zu befreien, für große Wäsche und einfach zum Ausruhen. In Wirklichkeit warten wir aber auf Corri und Andreas. Die zwei haben wir in Marokko verpasst. Aber sie haben die gleiche Reiseroute: Portugal, Galizien und dann nach Hause. Wir freuen uns so, als sie endlich um die Ecke biegen … Von da an reisen wir völlig ungeplant drei Wochen gemeinsam.


Wir entdecken den Küstenwanderweg, fahren zur legendären letzten Bratwurst vor Amerika, am südwestlichsten Zipfel Festlandeuropas.

In den folgenden Tagen biegen wir ab ins Hinterland und gehen in der Gegend von Monchique wandern.Wir haben ein wahnsinniges Glück mit dem Wetter. Für uns fühlt es sich bereits wie Sommer an.

Wir haben eine super schöne Zeit miteinander. Mit den beiden kann man super unterwegs sein. Es gibt keine Interessenkonflikte – außer dass Andreas keinen Fisch mag. Aber er erträgt Gott sei Dank den Anblick, wenn wir einen bestellen :-)

Wir fahren gemeinsam bis Milfontes. Ein kleiner Ort an der Westküste. Hier mündet ein Fluss in den Atlantik, und an der Mündung erstrecken sich links und rechts lange, weiße Sandstrände. Hier bleiben wir.

Wir machen noch eine Küstenwanderung, und dann verabschieden sich die zwei. Ende April wollen sie wieder in Deutschland sein. Da muss man jetzt einen Zahn zulegen …



Wir sind dagegen ganz entspannt, haben alle Zeit der Welt.

Wir genießen noch ein paar Tage hier. Portugal tut uns gut.

Einzig die Sprache ist ein Handicap. Es fällt allerdings auf, wie gut alle Englisch sprechen. Wahrscheinlich, weil man in diesem Land einfach nicht damit rechnen kann, dass jeder Portugiesisch in der Schule hatte.

Siehe Bilder oben, was will man mehr. Also, wir nicht. Wir sind glücklich!


Unsere Reiseplanung sieht einen Abstecher ins Hinterland vor. Fast schon an der spanischen Grenze gibt es ein paar Stauseen. Wir wollen uns einfach in der Provinz Alentejo noch ein bisschen herumtreiben, bevor wir mal wieder ein Großstadtabenteuer wagen.

Stay tuned … wir haben erst die Hälfte von Portugal gesehen.


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